Wissenswertes

Der Stillstand der politischen Handlungen steht im krassen Gegensatz zum rasend schnellen Voranschreiten des Klimawandels. Es scheint für den Menschen unmöglich zu sein, die Veränderungen des Klimas als Ausnahmezustand wahrzunehmen und entsprechende Entscheidungen zu treffen.
Wir möchten den Kunstgriff der Fabel einsetzen, um den Zuschauer auf die klimatischen und daraus resultierenden gesellschaftlichen Verhältnisse auf unserem Planeten aufmerksam zu machen. Wir nähern uns aus der Sicht der Tiere den komplexen Veränderungen auf der Erde, können uns in sie hineinfühlen und Empathie für ihr Wesen empfinden. Diese Distanz ermöglicht uns, unbefangen emotional am Dilemma der Tiere und damit an unserem Eigenen teilzunehmen.

Der Brisanz dieses Themas entsprechend werden sich die Tiere versammeln und geschlossen im Rahmen einer Demo auf ihre unzumutbaren Lebensumstände aufmerksam machen. Anschließend an die Demo werden sich die Tiere im ArTik versammeln, um in unterschiedlichen Aktionen/Performances/ Diskussionen die Problematiken genauer darzustellen. Den Abschluss dieses Tages möchten wir mit der Bastard – Pop Band „Rainer von Vielen“ im Sinne dieser beschließen, indem wir im Rahmen eines Konzertes unsere „Revolution tanzen“.

Die Geschichte der Erde ist eine Geschichte des Kampfes. Gekämpft wird um Nahrung, Macht, Boden und seine Schätze. Den Kampf Tier gegen Mensch werden die Tiere immer wieder verlieren, das zeigt die Geschichte. Ziel der Aktion ist es, sich mit den Tieren zu vereinen und gemeinsam mit den Tieren dem Klimawandel den Kampf anzusagen, bzw. der Regierung, die darüber bestimmt, wie der Klimawandel in den nächsten dreißig Jahren aussieht.

Der Mensch im Tierkostüm ist ein Zeichen für etwas, in das wir hineinprojizieren können. Wenn wir einem „Tier“ dabei zusehen, wie es auf die Strasse geht und um seinen Lebensraum kämpft, können wir das an uns heranlassen, im Gegensatz zu den Katastrophenmeldungen der Nachrichten, die wir Menschen als Hauptverantwortliche verdrängen, um nicht täglich mit schlechtem Gewissen all unsere Handlungen rechtfertigen zu müssen. Der Mensch im Tierkostüm ist der Kunstgriff, der es ermöglicht, zum Einen auf die widrigen Lebensbedingungen der Tiere -verursacht durch den Klimawandel- aufmerksam zu machen. Zum Anderen haben wir aber durch diesen Kunstgriff die Möglichkeit, unserem menschlichen Handeln einen Spiegel so vorzusetzen, dass es wehtut, aber annehmbar wird. Dann wird der Klimawandel plötzlich ein globales humanökologisches Thema. Die Tiere flüchten weil das Wasser knapp wird, Eisschollen schmelzen oder keine Nahrung mehr zu finden ist. Aber eben auch die Menschen flüchten und wir aus dem Speckgürtel schauen uns das nur ohnmächtig an, sind schockiert und handlungsunfähig. Wie Harald Welzer in seinem Buch „Klimakriege“ schreibt, ist die Thematik der Flüchtlingsströme von der Problematik des Klimawandels nicht mehr zu entkoppeln. Diese Thematik, radikal vereinfacht und zugespitzt auf die Parolen einer Demo, sind die Projektionsfelder, mit welchen unsere Aktion spielt. Die Aktion sich zu verkleiden und in die Rolle eines Anderen zu schlüpfen ist das Spiel, das den nötigen Humor mitbringt, sich diesen überdimensionalen Themen zu stellen.

Tiere tanzen am 16.Oktober ihre Revolution in Freiburg. Entdecke das Tier in Dir.